Psychotherapie muss deutlich flexibler werden

Berlin – Bestimmte Patientengruppen in Deutschland erhalten nur sehr schwer eine Psychotherapie, obwohl diese für ihre Erkrankung sinnvoll und leitliniengerecht ist. Das kritisierte die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) heute auf ihrem sogenannten Hauptstadtsymposium. Die Fachgesellschaft fordert eine Neustrukturierung der psychotherapeutischen Versorgung.

Die evidenzbasierten Behandlungsleitlinien empfehlen Psychotherapie neben Psycho­pharmakotherapie und psychosozialen Therapien als notwendigen Therapiebestandteil bei einer Vielzahl psychischer Erkrankungen. „Dazu gehören neben Persönlichkeits­störungen beispielsweise Depressionen, Angsterkrankungen und Suchterkrankungen – und mit neuen psychotherapeutischen Ansätzen auch Schizophrenien und bipolare Erkrankungen“, erklärte DGPPN-Vorstandsmitglied Sabine Herpertz auf der Veran­staltung.

Doch die derzeitige psychotherapeutische Versorgungsstruktur werde diesen unter­schiedlichen Patientengruppen in Deutschland nicht gerecht. Laut der DGPPN bleiben insbesondere Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, Psychose oder Suchterkrankung häufig unterversorgt, weil das starre Gerüst der Richtlinien­psycho­therapie nicht den Bedürfnissen ihrer Erkrankung entspricht.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Ärzteblatts.

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