Zwei aktuelle Metaanalysen zur kognitiven Verhaltenstherapie von Menschen mit Psychosen

Es sind aktuell einige neue Metaanalysen zu psychotherapeutischen Interventionen bei Psychosen erschienen:

Jauhar, S., McKenna, P. J., Radua, J., Fung, E., Salvador, R., & Laws, K. R. (2014).
Cognitive-behavioural therapy for the symptoms of schizophrenia: systematic review and meta-analysis with examination of potential bias.
British Journal of Psychiatry, 204(1), 20-29. doi: 10.1192/bjp.bp.112.116285.

Hier wird die methodologische Qualität der vorliegenden Studien zur CBT analysiert. Insbesondere legen die Autoren - vor dem Hintergrund von Studien zur Pharmakotherapie - Wert auf die Feststellung, dass aktiv behandelte Vergleichsgruppen erforderlich seien, um qualitativ hochwertig die Wirksamkeit zu analysieren. Die vorgelegte Metaanalyse ergibt, dass die CBT höchstens einen kleinen Effekt aufweist, der zudem noch nicht abschließend gesichert ist. Die Empfehlung der CBT in Leitlinien, z.B. durch die NICE-guideline wird kritisiert.

Kommentar: Wir hätten uns eine konstruktivere Herangehensweise der Autoren gewünscht. Angesichts der permanenten Unterfinanzierung der Psychotherapieforschung sollte vor allem darauf fokussiert werden, was bereits belastbare Ergebnisse sind und wo Empfehlungen - wenn vielleicht auf vorläufig - gerechtfertigt sind.



Turner, D. T., van der Gaag, M., Karyotaki, E., & Cuijpers, P. (2014).
Psychological Interventions for Psychosis: A Meta-Analysis of Comparative Outcome Studies.
Am J Psychiatry. doi: 10.1176/appi.ajp.2013.13081159.

Hier wird eine weitere Metaanalyse zur Fragen nach Unterschieden zwischen verschiedenen psychologischen Interventionen vorgelegt. "Cognitive-behavioral therapy (CBT) was significantly more efficacious than other interventions pooled in reducing positive symptoms (g=0.16). ...Social skills training was significantly more efficacious in reducing negative symptoms (g=0.27)."

Kommentar: es gibt noch keine ausreichende Forschung zu Unterschieden oder spezifischer Wirksamkeit der verschiedenen Arten psychologischer Intervention. Je nach Fokus und theoretischer Ausrichtung scheinen unterschiedliche Effekte erzielt werden zu können. Die Unterschiede werden jedoch nicht „groß“ im statistischen Sinne sein.

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