Stellungnahme zu den Änderungen bei der Finanzierung von psychotherapeutischen Leistungen

Morgen, am 26.09.2019 sollen im Bundestag im Zusammenhang mit dem Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung auch Änderungen bei der Finanzierung von psychotherapeutischen Leistungen verabschiedet werden. Aus Sicht des DDPP ist zu begrüßen, dass Kurzzeittherapien gefördert werden, da dadurch potentiell mehr PatientInnen – auch PatientInnen mit schweren psychischen Erkrankungen – Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung erhalten können. In der Folge muss es dann allerdings sichergestellt werden, dass die psychotherapeutische Behandlung verlängert werden kann, wenn dies erforderlich ist, was in der Neuregelung aktuell nicht verankert ist.

Kurz- und Langzeitbehandlungen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen bedarfsgerecht indiziert und dann auch finanziert werden. Dies muss in einem gesicherten und sowie qualitätsgesicherten und nicht vom ökonomischen Denken gesteuerten Rahmen erfolgen können.

Das Gutachterverfahren hat hier seinen Platz, damit die Therapien nicht von Direktverhandlungen mit den Krankenkassen abhängen. Das Gutachterverfahren muss allerdings den aktuellen wissenschaftlichen Stand berücksichtigen und darf Psychotherapien von komplex und schwer psychisch Kranken nicht im Wege stehen. Die neue Gesetzgebung muss den Spielraum für Verbesserungen einräumen: ein besserer Zugang zur Psychotherapie, die durch effiziente Vernetzung und Zusammenarbeit aller an der Versorgung von Menschen mit Psychosen beteiligten Professionen gestützt wird.

Eine bessere Versorgung mit ökonomischer Effizienz zu verbinden kann durch eine Förderung der Gruppenpsychotherapie erreicht werden: das wäre aus Sicht des DDPP e.V. eine erhebliche Verbesserung, insbesondere auch in der psychotherapeutischen Behandlung für schwerer psychisch Kranke, die noch nicht ausreichend bedacht wurde.

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