Die Subjektive Seite der Schizophrenie (Stralsund)

15.02.2017–17.02.2017

Wo beginnt die Schizophrenie und wo hört sie auf? Grenzen, Übergänge und neue Wege im Umgang mit Psychose 

Grenzen und Übergänge prägen unsere Konzeptualisie- rung und unser Verständnis von Psychosen. Dabei ist unser Umgang mit Psychosen, wie sie in DSM und ICD operationalisiert sind, oftmals eingesperrt in Kategorien, die die somatische Medizin imitieren wollen. Wir möchten auf der subjektiven Seite der Schizophrenie tradierte Grenzen in Frage stellen und neue Wege im Umgang mit der Krankheit suchen.

Es beginnt mit der Diagnose „Schizophrenie“, die
die Grenze zwischen gesund und krank vermeintlich scharf und eindeutig definiert. Studien und klinische Erfahrungen machen deutlich, dass diese Grenze durchlässig, verschiebbar und überbewertet ist. Auch die neueren Ansätze in der Psychotherapieforschung und die Recovery Bewegung stellen diese Grenze und die Trennung zwischen Gesundheit und Krankheit in Frage. Was gibt es für Alternativen, was können wir dabei gewinnen? Oder brauchen wir eine klare Zuordnung
zu „uns“ oder zu „denen“, zur Gruppe der Betroffenen, der Angehörigen oder der Profis?

Ausgrenzung und strukturelle Benachteiligung von Menschen, die oft mehr als ein Stigma tragen, sind weltweit ein ungelöstes Problem. Häufig bilden psychische Krankheit, Armut, chronische körperliche Leiden und soziale Exklusion eine fatale Schnittmenge massiver Diskriminierung. Müssen wir unsere Prioritäten neu setzen, wie das mit dem Harmreduction Ansatz in der Suchttherapie geschehen ist, statt Symptomfreiheit und Funktionsfähigkeit zu fordern? Welche Patientengruppen werden im Versorgungssystem übersehen? 

Die Übergänge zwischen Adoleszenz-, Allgemein- und Gerontopsychiatrie stellen eine bisher viel zu wenig beachtete Herausforderung für ein Leben mit Schizo- phrenie dar. Wir möchten beispielhafte Transitions- und Versorgungsmodelle für Kindheit und Jugend und Erwachsenenleben bis ins hohe Alter vorstellen und diskutieren.

Es geht um Zuordnung, Abgrenzung und Übergänge für ein besseres Leben mit Schizophrenie. Wir freuen uns darauf, Sie auf einer Tagung voller neuer Perspektiven, Kontroversen und Lösungswege im Theater der Hansestadt Stralsund begrüßen zu dürfen.

Für die Veranstalter

Georg Schomerus (Greifswald)
Harald J. Freyberger (Stralsund/Greifswald)
Michael Krausz (Vancouver) 

Ort: Stralsund

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