Hilfe ohne Wenn und Aber! (Fachtag, Dresden)

06.09.2019

Hilfe ohne Wenn und Aber!
Psychosoziale, medizinische und rechtliche Betreuung von Geflüchteten und Migrant*innen 

Etwa drei Viertel der Menschen, die aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und anderen Ländern nach Deutschland kom­men und hier Schutz suchen, haben Gewalt erfahren und sind traumatisiert. Bei etwa 40 Prozent liegen Anzeichen einer psychischen Erkrankung vor. Dabei handelt es sich meist um komplexe psychische und psychosomatische Beschwerdebilder, die in Wechselwirkung mit den viel­fältigen psychosozialen Konflikten stehen, durch die Geflüchtete in Deutschland zudem herausgefordert sind.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Wissen­schaftlichen Instituts der AOK, veröffentlicht im vergangenen Jahr (WIdO­Monitor 1/2018). Die Zahlen belegen die hohe gesellschaftliche Relevanz, die eine gute und umfassende Gesundheitsversorgung für geflüchtete Menschen hat.

Aktuell gestaltet sich die Integration geflüchteter Men­schen in die bestehenden Versorgungssysteme jedoch nach wie vor nicht einfach. Oben erwähnte psychosoziale Konflikte wie familiäre Belastungen, Probleme im Asyl­ verfahren, kulturelle Widersprüche kommen hinzu. Dies führt insgesamt zu weiteren Anpassungs­- und Belastungs­störungen, insbesondere aber auch zu Chronifizierungen bereits bestehender Grunderkrankungen.

Das verschärfte Asylbewerberleistungsgesetz, fehlende frühe Identifizierung und Diagnostik, viel zu geringe Behandlungskapazitäten und weitere Hürden potenzieren die Probleme.

Die Gesundheitsversorgung geflüchteter Menschen wird maßgeblich durch die Bundesgesetzgebung bestimmt.
Für Länder und Kommunen bestehen dennoch Spielräume! Im Rahmen des Fachtags sollen diese mit Vertreter*innen aus Politik, der Dresdner Flüchtlingsambulanz, der Trauma­ambulanz, der Flüchtlingssozialarbeit, des Psychosozialen Zentrums, der Härtefallkommission sowie Jurist*innen diskutiert werden.

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